Im Grunde hat eine Kläranlage keine anderen Aufgaben, als sich um die kommunale Abwasserreinigung zu kümmern. Oder?

Abwasser Kläranlage neue Möglichkeiten für Anlagenbetreiber

Fakt ist, dass die Kläranlage durch die effiziente Reinigung von kommunalem Abwasser einen wichtigen Beitrag zum Gewässerschutz leistet. Neben dieser Hauptaufgabe wird die Kläranlage aber auch in energetischer Hinsicht immer interessanter für Betreiber. Wir befinden uns in einer Übergangszeit, in der wir der Nutzung fossiler Energieträger den Rücken zukehren und immer neue Schritte hin zur nachhaltigen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien gehen.

Welche Rolle spielt hier nun die Abwasserwirtschaft?

Abwasser besitzt ein enormes energetisches Potenzial, dass in Zukunft noch besser genutzt werden kann. Die Gewinnung von Gas, Strom und Wärme stehen dabei ganz oben auf der Liste. Aus dem Faulgas, das auf der Kläranlage entsteht, kann beispielsweise mittels Kraft-Wärme-Kopplung Strom erzeugt werden. Auch die Abwasserwärme kann unter Einsatz von Wärmepumpen genutzt werden. Auf diese Weise kann bei der Wärmebereitstellung Primärenergie eingespart werden.

Überblick über die Energiepotenziale im Kläranlagenbetrieb:

  • Energieeinsparung, z.B. durch betrieblich angepasste Minimierung von Pumpen-, Rührwerks- und Gebläse-Laufzeiten
  • Effizienzsteigerung, z.B. durch Optimierung der Maschinen- und Verfahrenstechnik
  • Verwertung von Abwasserenergie, z.B.
    • Wärmeenergie zur Gebäudeheizung,
    • Lageenergie in Kanal und Kläranlage zur Stromerzeugung,
    • Bioenergie zur Strom- und Wärmegewinnung aus Faulgas.

Ein Mehr an Möglichkeiten

Wie effizient eine Kläranlage in energetischer Sicht genutzt werden kann, hängt ab vom Standort, der lokalen Abwasserzusammensetzung und der möglichen Anbindung an Siedlungsräume. In erster Linie jedoch sollte die gewonnene Energie auf der Kläranlage selbst genutzt werden. Durch die interne Nutzung kann sich die Kläranlage zu einem energieautarken Betrieb entwickeln.

Darüber hinaus gibt es auch noch die Möglichkeit der externen Nutzung: Überschüssige Energie wird Abnehmern außerhalb der Kläranlage zugänglich gemacht.

„Die Energienutzung im Bereich der Abwasserwirtschaft als eine regenerative und umweltfreundliche Energiequelle kann künftig einen namhaften Beitrag zu kommunalen Zielen im Umwelt- und Energiebereich leisten.“, so ein Blick in die Zukunft von Dr. Arnold Stuhlbacher, Projektleiter von Mach & Partner.

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Abwasserenergie kann speziell von Gebäuden in der näheren Umgebung der Kläranlage wirtschaftlich genutzt werden. Berechnungen und realisierte Projekte zeigen: In einem Umkreis von 1-2 km um die Kläranlage kann die Abwasserwärme von umliegenden Gebäuden auch extern genutzt werden.

Gerade in mittleren und größeren Gemeinden kann man beobachten, wie die Siedlungsgebiete immer rascher wachsen. So wachsen sie auch in den oben genannten Radius hinein und können Teil eines Nahwärmeverbunds mit einer Kläranlage werden. Eine Abnehmerschaft der überschüssigen Abwasserenergie aus der Kläranlage kann bestehen aus öffentliche Bauten wie Schulhäusern, Heimen, Krankenhäusern, Verwaltungsgebäuden, aber auch Wohnsiedlungen oder größeren Dienstleistungsbetrieben.

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Wir von Mach & Partner haben über 30 Jahren Erfahrung im Bereich Wasserwirtschaft und Kulturtechnik.

Ihr Ansprechpartner zu diesem Thema

Dr. Arnold Stuhlbacher
+43 (0) 664 / 88 67 19 16
arnold.stuhlbacher@mach-partner.at

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